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Baden bei Wien

Gezielte Bewirtschaftungsstrategie im Badener Stadtwald

Als Grundvoraussetzung zur Weiterentwicklung eines langfristig stabilen und standortgerechten Stadtwaldes betreibt das Team des Badener Stadtgartens eine gezielte Bewirtschaftungsstrategie, die umfangreiche Maßnahmen beinhalten.



Die seit Jahrhunderten verkarsteten nahezu vegetationslosen Hänge des Kalvarienberges wurden Ende des 19. Jahrhunderts unter Leitung des ersten Badener Stadtgärtners Josef Schaffhausen in mühevoller Arbeit, meist mit Aufbringung von organischem Material aufgeforstet. Ein Großteil der heutigen Vegetation des oberen Kurparks geht auf diese Maßnahmen zurück.

 

Der Stadtwald ist uns nicht nur geschätztes Erholungs- und Wandergebiet in unmittelbarer Stadtzentrumsnähe, er leistet auch einen wesentlichen Beitrag zum Wohlbefinden in der Stadt. So tragen Staubfilterwirkung, Luftbefeuchtung und Luftverbesserung neben der über 6.000 Straßen- und Parkbäume wesentlich zum Kleinklima in der Stadt bei.

 

Die heute noch dominierenden Schwarzföhrenbestände (Pinus nigra „Austriaca“) werden auf potentiellen Laubwaldstandorten zunehmend von Laubbaumarten unterwachsen.

 

Der Badener Stadtwald liegt mit seinen ca. 200 ha zur Gänze im UNESCO Biosphärenpark Wienerwald sowie im Natura 2000 Gebiet Wienerwald. Beide Schutzinstrumentarien zielen auf die nachhaltige Bewahrung von naturnahen Lebensräumen ab.

 

Das österreichische Forstgesetz kennt 4 wichtige Wirkungen des Waldes: Nutz-, Schutz-, Wohlfahrts- und Erholungsfunktion.

Übergeordnetes Ziel im Stadtwald Baden sind die Sicherung und Weiterentwicklung der Wohlfahrts- und Erholungsfunktion des Waldes, die Erhaltung schutzwürdiger Lebensräume sowie des Landschaftsbildes und auf wenigen als solche ausgewiesenen Flächen die Erhaltung seiner Funktion als Schutzwald. Der forstwirtschaftliche Ertrag wird zu Gunsten der vorgenannten Funktionen hintangestellt aber nicht komplett vernachlässigt.

Grundlage für diese Zielsetzung ist ein 2009 von Forstmeister DI Peter Lepkowitz erstmalig erstelltes Waldbewirtschaftungsoperat. Dieser Wirtschaftsplan umfasst allgemeine Angaben zum Bestand, wie Alter und Beschreibung des Bestandes und Standortbeschreibungen sowie zukünftige Bewirtschaftungskonzepte. 

 

Gleichzeitig wurde von Hofrat DI  Dr. Walter Kilian, dem ehemaligen Leiter des Institutes für Forstökologie, dem heutigen BFW (Bundesamt für Wald), als Badener Bürger der Abteilung Stadtgärten seine Hilfe angeboten und unentgeltlich eine Standortskartierung für den Stadtwald durchgeführt. Sie bietet ortsbezogene Informationen über das Standortspotential Boden, natürliche Waldgesellschaften und Baumarten, Behandlungsspielraum und Risiken. Die Standortseinheiten können den im Operat erhobenen Ist-Zustand gegenüber gestellt und darauf aufbauend kann die Bewirtschaftungsstrategie abgeleitet werden.   

 

Um die nachhaltige Entwicklung des städtischen Waldes zu sichern, wird in Bewirtschaftungsfragen sehr sorgsam vorgegangen. Einzelbaumentnahmen statt ökonomisch vorteilhafteren Flächenrodungen, Handarbeit und leichten Maschinen anstatt wuchtiger und das sensible Bodengefüge beeinträchtigenden  Walderntemaschinen kommen zum Einsatz.

 

Somit ist die Grundvoraussetzung zur Weiterentwicklung eines langfristig stabilen und standortgerechten Stadtwaldes geschaffen.

Fotos: Mirau

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